Shank 2

16 02 2012

Shift + E, dein Freund und Helfer. So in etwa sieht mein Fazit nach dem Durchspielen des Metzel-Sidescrollers Shank 2 aus dem Hause Klei Entertainment aus. Gepublished wird das ganze von EA und ist für 9,99€ bei Steam/Origin erhältlich.

Der Kauf

Gekauft werden kann das Spiel entweder über Steam oder EAs Origin, beides umstrittene Plattformen, für 9,99€. Man muss sich also für das aus eigener Sicht kleinere Übel entscheiden.

Die Geschichte

Wie bei den meisten actionlastigen Spielen, ist auch bei Shank 2 die Story eher nettes Beiwerk denn primärer Spielinhalt. Doch allein wegen der Tatsache, dass sie vorhanden ist und so das dicht gedrängte Spiel etwas unterfüttert und auflockert, erhält die Geschichte ihre Daseins-Berechtigung und schafft eine Motivation zum weiterspielen. Trotzdem wirkt sie oft vorhersagbar und manchmal etwas lieblos. Ohne zu spoilern sei von der Geschichte soviel verraten: Shank kehrt in sein Heimatdorf zurück und findet dieses von den Truppen des fiesen General Magnus tyranisiert vor. Er macht sich auf den Weg, dass Unrecht zu begleichen.

Das Spiel

Shank zwei besteht aus zwei Hauptteilen. Zum einen dem Kampagnenmodus mit Storyline und zum anderen dem Survivalmodus, frei von Geschichte aber mit jeder Menge Gegner. An dieser Stelle soll allerdings auf den Kampagnenmodus eingegangen werden, der Survivalmodus wird getrennt besprochen (siehe unten).

Was beim ersten Start von Shank sofort auffällt ist die Seitenansicht-Comicoptik. Und das ist durchaus nicht abwertend gemeint, denn dieser Grafikstil ist sehr gut gelungen und gibt dem Spiel darüber hinaus einen zeitlosen Touch. Die Figuren sind sehr detailliert, die Objekte manchmal etwas konturlos gezeichnet, alles in allem macht die Grafik aber einen runden, stimmigen Eindruck. Vor dem Wort “liebevolle” Gestaltung schrecke ich allerdings etwas zurück, denn dazu ist das Spiel zu Blutig.

Un damit wären wir schon beim Hauptteil des Spiels, dem Kämpfen. Das stellt sich als schwieriger heraus als gedacht, den abgesehen von den Anforderungen an die Geschicklichkeit, fordert das Spiel den Spieler zu einem Schnelllesemarathon heraus, frei nach dem Motto: Wer kann die Anleitung noch lesen auch wenn sie nur für 0,5 Sekunden auf dem Bildschirm steht? Ich jedenfalls nicht. Da hilft nur ein Blick in die Optionen. Es ist ja ganz nett, gleich in das Spiel einsteigen zu können, aber soetwas wie ein gescheites Tutorial lässt sich auch da einbauen! Hat man diese Hürde gemeistert kann man sich in die Schlacht stürzen und versuchen so viele Gegner wie möglich in so kurzer Zeit wie möglich und mit geringen eigenen Verlusten zu töten. Dazu bieten sich einem überraschend wenige Möglichkeiten. Lediglich einen Sprungangriff (Shift + E), Kontern (E), Primärwaffenangriff (linke Maustaste), Sekundärwaffenangriff (rechte Maustaste) und Tertiärwaffenangriff (Shift + linke Maustaste). Das mag zunächst nach viel klingen, bringt im Spiel selbst aber wenig Abwechslung, stattdessen jede Menge Blut. Vielleicht bin ich ja verrückt, aber ich habe das Spiel Little Fighters 2 abgöttisch geliebt, denn dieses Spiel bot pro Charakter 4-7 Angriffsmöglichkeiten und Aktionen. Natürlich, dass geht alles auf Kosten der Bedienbarkeit, aber hey, wir Spieler sind nicht dumm! Ein paar Tastenkombinationen ist man ja gerne bereit zu lernen, wenn das Ergebnis stimmt.

Rätseleinlagen sucht man hier ebenso erfolglos, wie Charaktere mit Tiefgang und knifflige Gegner. Die Gegner sind grob in 3-4 Klassen einzuteilen, von denen es zwar optische Derivate gibt, sich jedoch gleich verhalten. Alles halb so schlimm, gäbe es auch etwas anderes als Kämpfen zu tun (wenn man das schon nicht richtig macht), das Einzige, was etwas an Rätsel erinnert sind aber Kisten die man, wenn man die Augen etwas offen hält eigentlich alle findet, und die “Rebel Intel” enthalten, also Hintergrundinformationen zu Charakteren im Spiel. Diese Informationen bringen allerdings…Nichts, die Charaktere werden dadurch etwas glaubwürdiger, Tiefgang weiterhin Fehlanzeige.

Desweitern fällt negativ auf, dass man zwar an fast jeder Ecke einen Speicherpunkt hat, diese aber nicht über einen Neustart des Programms hinaus reichen. Will man also mitten im Level aufhören und am nächsten Tag weiter machen, muss man das gesamte Level erneut spielen. Sehr ärgerlich, wobei die vielen Speicherpunkte durchaus Sinn machen, da man schon öfters mal stirbt, wenn auch nur “aus Versehen”.

Die Zwischensequenzen sind gut, aber nicht sehr gut geraten und wirken manchmal so, als habe der Animator einfach ein paar Frames herausgeschnitten und kantige Bewegungen dadurch in Kauf genommen. Natürlich ist das etwas schwierig, wie realistisch soll ein Spiel in Comicgrafik sein?

Insgesamt stehen 8 Level zur Auswahl. Diese sind sowohl optisch als auch vom Spielgefühl zum Teil sehr unterschiedlich. Ein absoluter Pluspunkt.

Überrascht hat mich vor allem der Soundtrack dieser ist gut gelungen, unterstreicht die Stimmung des Spiels und hat mich sogar dazu veranlasst ihn tatsächlich zu hören und nicht die neue Platte von Deichkind.

Trotz dieser vielen negativ auffalenden Punkte bietet Shank 2 ein angenehmes, spaßbringendes Spielgefühl, besitzt jedoch große Schwachstellen und bietet wenig Anreize, dass spiel längere Zeit zu spielen. Als Casual Game dennoch sehr gut gebrauchbar!

Der Survivalmodus

Der Survivalmodus ist das zweite Herzstück von Shank 2 und holt nun auch den Freund mit an den Computer. Denn in diesem Modus stellt man sich  zu zweit nicht enden wollenden Horden an Gegnern. Dabei gilt es Vorräte der Rebellen zu verteidigen und dies so viele Wellen lang wie möglich. Durch spielerischen Erfolg lassen sich sofort Hilfstruppen und besondere Waffen kaufen und einsetzen. Zusätzliche fallen erleichtern einem das “abarbeiten” immer besserer Gegner. Dieser Modus bringt nochmal einige Stunden Spielspaß zum eigentlichen Spiel hinzu, bietet aber keine umwerfenden Innovationen und ist somit zwar spaßig aber nicht wirklich fesselnd.

Alles in allem ist Shank 2 ein Spiel der alten Schule, welches vor allem mit seiner schicken Grafik, gutem Soundtrack und einigermaßen Anziehender, wenn auch flachen Geschichte punktet. Abzüge gibt es wegen fehlender Innovation, monotonem Gemetzel und flachen Charakteren. Trotzdem schade, dass es nicht mehr solcher Spiele auf dem Markt gibt.

Bitte besser machen und dann mehr davon!

3 von 5 Sternen

Viel Spaß beim Spielen!





Kerbal Space Program

11 02 2012

Noch 5…4…3…2…1…Lift off für die Kerbal 1 auf ihrem Weg ins All.

Wer schon immer einmal davon geträumt hat so eine Ansage zu machen und dabei tatsächlich eine Rakete ins All fliegen zu sehen, dem sei das Programm/Spiel “Kerbal Space Program” des Entwicklers Squad empfohlen. KSP ist ein derzeit heftigst weiterentwickeltes Programm mit dem Ziel, eine komplette Simulation einer Weltraumorganisation ähnlich der NASA zu schaffen. Dabei darf der Benutzer sowohl die Raketen aus Modulen selbst zusammensetzten als auch die gebaute Rakete sicher ins All bringen und zu Zielen wie dem “Mun” zu steuern. Immer mit dem Ziel die sog. Kerbals (kleine dümmliche Wesen) an Bord am Leben zu halten.

Der Kauf/ Der Download

Das Spiel ist derzeit noch in der Alpha-Version, man kann aber jetzt schon an das Projekt spenden und erhält ab einer Gesamtsumme von 10$ alle kommenden Versionen des Programms. Will man erstmal abwarten und erst das fertige Spiel bei Gefallen erwerben, kann man sich immer wieder aktualisierte Demoversionen hier herunterladen.

Das Spiel

Da das Spiel noch in der Entwicklung ist, fällt es schwer das Programm treffend zu beschreiben. Es gibt allerdings einige Grundmodule, die wohl auch weiterhin so wie sie jetzt sind, bleiben werden. Diese sind:

1. Das Vehicle Assembley Building

Im VAB kann man, wie es der Name verrät, seine eigenen Raumschiffe bauen. Dazu wählt man zunächst eine Komandokapsel aus und kann an diese nach oben und unten neue Module hinzufügen. Die wichtigsten sind eine Kupplung, welche verschiedene Raketenstufen voneinander trennt, ein Flüssigtreibstofftank und schließlich ein Triebwerk. Hat man seine Rakete fertig gestellt, gehts ab zur

2. Startrampe

Das erstellte Raumschiff wird auf der Startrampe platziert und ist damit bereit für den Start. Mit Shift kann man die Leistung des Triebwerks der untersten Stufe einstellen und mit Leertaste dieses zünden. Genauso verläuft es bei mehreren Stufen, die untere Stufe wird mit Leertaste abgesprengt und die nächste Stufe gezündet.

Oben beschriebene Funktionen werden  auch in einem kurzen, bündigen Tutorial nahe gebracht.

Funktionen die noch kommen werden umfassen einen Missionsplaner und eine Art Finanzierungssystem, sodass man nicht wie jetzt einfach drauf los bauen kann sondern sich auch um Publicity und erfolgreiche Missionen kümmern muss.

Alles in Allem besticht das Spiel vor allem mit seiner genialen und gut umgesetzten Idee, die das Herz nahezu jedes Weltraumfans höher schlagen lassen dürfte. Abzüge gibt es lediglich im aktuellen Zustand für Bugs, geringen Umfang und eine eher mittelmäßige Grafik.

4 von 5 Sternen

Aber eine klare Ausprobier-Empfehlung!!

Viel Spaß beim Spielen





Trine 2

11 02 2012

Spätestens seit Minecraft dürfte wohl klar sein, dass “Indies” zwar immer noch unabhängig sind, aber alles andere als Underdogs. Will man sich aber von dem Minecraft-Hype nicht allzusehr in den Bann ziehen lassen und hat überdies viel mehr Interesse an unpixeligen Spielen so gibt es immernoch eine große Bandbreite an kleinen aber denoch exzellenten Spielen, mit einer Liebe zum Detail und einer Herzenswärme von der andere Spiele nur träumen können. Ein Spiel, dass mir persönlich sehr gut gefällt ist Trine bzw. dessen Nachfolger Trine 2. Trine zwei ist ein Jump´n Run Sidescroller mit wunderschöner 3D artiger Grafik. Und allemal einen Blick wert. Darum soll das Spiel hier vorgestellt werden.

Der Kauf

Das Spiel kann direkt auf der Website des Spiels für ca. 12 Euro gekauft werden. Das kann entweder per Paypal, Google Checkout oder Amazonpayments geschehen. Zu beachten ist dabei, dass man für letzteres eine Visa Karte benötigt, die Zahlung aber mit seinem normalen Amazon-Account durchführt. Man erhält dann eine E-Mail mit einem Link zu einer Webseite auf welcher der Steamcode generiert wird. Und dabei wäre auch schon einer der wenigen Kritikpunkte am Spiel genannt: Man benötigt Steam! Nicht jedermanns Sache, allerdings soll laut der Information auf der Spielewebsite eine Steamlose Version folgen.

Die Geschichte

Die Geschichte ist schnell erzählt: Unsere drei Helden Zoya (eine Diebin), Amadeus (ein zauberer) und Pontius (ein Krieger) werden erneut von einem Artefakt, dem sogenannten Trine abgeholt und mit der Aufgabe betraut, das Königreich zu retten…wieder einmal. Von nun an kämpft sich abwechselnd einer der spielergesteuerten Helden durch knifflige Rätsel und böse Goblins, begegnet Prinzessinen und fiesen Monstern um am Ende die Ordnung im Königreich wieder herzustellen.

Das Spiel

Trine 2, erschienen im Dezember 2012, ist wie eingangs bereits erwähnt, ein Jump´n Run-Spiel. Die Charaktere besitzen jedoch wesentlich mehr Fähigkeiten als beispielsweise Super Mario oder Sonic. Pontius ist gut bei Kämpfen zu gebrauchen, Amadeus kann mit seiner Magie einfach große Steine aus dem Weg heben und Zoya hat einen Enterhacken dabei, mit dem sie sich über Schluchten und Monster einfach hinwegschwingen kann. Mehr noch als auf die Fähigkeiten kommt es im Spiel darauf an, geschickt zwischen den Charakteren zu wechseln um auch komplizierte Rätsel zu lösen. Ich möchte nicht zu viel verraten aber soviel sei gesagt: Die Rätsel sind ganz schön schwer, aber immer auf verschiedene Wege lösbar!!

Die Grafik ist wirklich sehr schön. Satte Farben, wunderbare Lichtspiele, Schatten, Details. Manchmal könnte man fast vergessen, dass man eigentlich die Welt retten muss und sich einfach in den Szenerien versinken. Das ganze Spiel wird in der Seitenansicht gespielt und bis auf kleine Zwischensequenzen auch in dieser Perspektive erzählt. Gegenstände und Figuren besitzen  denoch Tiefe (im grafischen Sinne), was prinzipiell sehr gut aussieht, aber manchmal etwas blöd ist, da man mit dieser Tiefe etwa bei Rätseln nicht arbeiten kann.

Der Soundtrack, wenn man das so nennen möchte, besteht aus höchstens 3 Liedern und wird schnell langweilig. Die Sprecherstimmen sind dagegen passend, lustig und gut in das Spiel eingebunden. Eine Erzählerstimme aus dem Off hilft einem auf die Sprünge, wenn man bei einem Rätsel mal nicht weiter kommt.

Hervorzuheben ist auserdem der Multiplayermodus des Spiels. Dieser ist ein Koop-Modus in welchem man die Rätsel des Einzelspielermodus zu zweit lösen muss und sich dadurch viele neue Wege erschließen kann, die einem beim Steuern eines einzelnen Charakters verschlossen bleiben.

Kritikpunkte, aber meiner Meinung nach verzeihbar sind die Kämpfe und die Story. Die Kämpfe sind kaum anspruchsvoll und immer gleich. Schön wäre es gewesen z.B. bei Zoya spezielle Sprungattacken aus dem schwingenden Zustand heraus zu haben. Stattdessen sind solche Versuche einfach nur Sprünge mit einem drangesetzten Angriff. Schade. Zur Story lässt sich nicht viel sagen, das liegt vor allem an der Geschichte: Die ist recht platt und kurz. Da hätte ich mir mehr erhofft, vielleicht eine Geschichte die man durch die eigenen Handlungen verändert etc.

Die Spieldauer finde ich mit etwa 5-10 Stunden angemessen.

Zusammenfassend sei gesagt: Das Spiel besticht durch eine interessante Mischung verschiedener Genres und Ansätze, bietet eine wunderbare Grafik und viele Stunden Spielspaß. Die Synchonisation ist gut gelungen, unterhaltsam und der Koopmodus verlängert den Spielspaß um einige Stunden und soetwas ähnlichem wie zwischenmenschlicher Kommunikation.

5 von 5 Punkten

Viel Spaß beim Spielen








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