Shift + E, dein Freund und Helfer. So in etwa sieht mein Fazit nach dem Durchspielen des Metzel-Sidescrollers Shank 2 aus dem Hause Klei Entertainment aus. Gepublished wird das ganze von EA und ist für 9,99€ bei Steam/Origin erhältlich.
Der Kauf
Gekauft werden kann das Spiel entweder über Steam oder EAs Origin, beides umstrittene Plattformen, für 9,99€. Man muss sich also für das aus eigener Sicht kleinere Übel entscheiden.
Die Geschichte
Wie bei den meisten actionlastigen Spielen, ist auch bei Shank 2 die Story eher nettes Beiwerk denn primärer Spielinhalt. Doch allein wegen der Tatsache, dass sie vorhanden ist und so das dicht gedrängte Spiel etwas unterfüttert und auflockert, erhält die Geschichte ihre Daseins-Berechtigung und schafft eine Motivation zum weiterspielen. Trotzdem wirkt sie oft vorhersagbar und manchmal etwas lieblos. Ohne zu spoilern sei von der Geschichte soviel verraten: Shank kehrt in sein Heimatdorf zurück und findet dieses von den Truppen des fiesen General Magnus tyranisiert vor. Er macht sich auf den Weg, dass Unrecht zu begleichen.
Das Spiel
Shank zwei besteht aus zwei Hauptteilen. Zum einen dem Kampagnenmodus mit Storyline und zum anderen dem Survivalmodus, frei von Geschichte aber mit jeder Menge Gegner. An dieser Stelle soll allerdings auf den Kampagnenmodus eingegangen werden, der Survivalmodus wird getrennt besprochen (siehe unten).
Was beim ersten Start von Shank sofort auffällt ist die Seitenansicht-Comicoptik. Und das ist durchaus nicht abwertend gemeint, denn dieser Grafikstil ist sehr gut gelungen und gibt dem Spiel darüber hinaus einen zeitlosen Touch. Die Figuren sind sehr detailliert, die Objekte manchmal etwas konturlos gezeichnet, alles in allem macht die Grafik aber einen runden, stimmigen Eindruck. Vor dem Wort “liebevolle” Gestaltung schrecke ich allerdings etwas zurück, denn dazu ist das Spiel zu Blutig.
Un damit wären wir schon beim Hauptteil des Spiels, dem Kämpfen. Das stellt sich als schwieriger heraus als gedacht, den abgesehen von den Anforderungen an die Geschicklichkeit, fordert das Spiel den Spieler zu einem Schnelllesemarathon heraus, frei nach dem Motto: Wer kann die Anleitung noch lesen auch wenn sie nur für 0,5 Sekunden auf dem Bildschirm steht? Ich jedenfalls nicht. Da hilft nur ein Blick in die Optionen. Es ist ja ganz nett, gleich in das Spiel einsteigen zu können, aber soetwas wie ein gescheites Tutorial lässt sich auch da einbauen! Hat man diese Hürde gemeistert kann man sich in die Schlacht stürzen und versuchen so viele Gegner wie möglich in so kurzer Zeit wie möglich und mit geringen eigenen Verlusten zu töten. Dazu bieten sich einem überraschend wenige Möglichkeiten. Lediglich einen Sprungangriff (Shift + E), Kontern (E), Primärwaffenangriff (linke Maustaste), Sekundärwaffenangriff (rechte Maustaste) und Tertiärwaffenangriff (Shift + linke Maustaste). Das mag zunächst nach viel klingen, bringt im Spiel selbst aber wenig Abwechslung, stattdessen jede Menge Blut. Vielleicht bin ich ja verrückt, aber ich habe das Spiel Little Fighters 2 abgöttisch geliebt, denn dieses Spiel bot pro Charakter 4-7 Angriffsmöglichkeiten und Aktionen. Natürlich, dass geht alles auf Kosten der Bedienbarkeit, aber hey, wir Spieler sind nicht dumm! Ein paar Tastenkombinationen ist man ja gerne bereit zu lernen, wenn das Ergebnis stimmt.
Rätseleinlagen sucht man hier ebenso erfolglos, wie Charaktere mit Tiefgang und knifflige Gegner. Die Gegner sind grob in 3-4 Klassen einzuteilen, von denen es zwar optische Derivate gibt, sich jedoch gleich verhalten. Alles halb so schlimm, gäbe es auch etwas anderes als Kämpfen zu tun (wenn man das schon nicht richtig macht), das Einzige, was etwas an Rätsel erinnert sind aber Kisten die man, wenn man die Augen etwas offen hält eigentlich alle findet, und die “Rebel Intel” enthalten, also Hintergrundinformationen zu Charakteren im Spiel. Diese Informationen bringen allerdings…Nichts, die Charaktere werden dadurch etwas glaubwürdiger, Tiefgang weiterhin Fehlanzeige.
Desweitern fällt negativ auf, dass man zwar an fast jeder Ecke einen Speicherpunkt hat, diese aber nicht über einen Neustart des Programms hinaus reichen. Will man also mitten im Level aufhören und am nächsten Tag weiter machen, muss man das gesamte Level erneut spielen. Sehr ärgerlich, wobei die vielen Speicherpunkte durchaus Sinn machen, da man schon öfters mal stirbt, wenn auch nur “aus Versehen”.
Die Zwischensequenzen sind gut, aber nicht sehr gut geraten und wirken manchmal so, als habe der Animator einfach ein paar Frames herausgeschnitten und kantige Bewegungen dadurch in Kauf genommen. Natürlich ist das etwas schwierig, wie realistisch soll ein Spiel in Comicgrafik sein?
Insgesamt stehen 8 Level zur Auswahl. Diese sind sowohl optisch als auch vom Spielgefühl zum Teil sehr unterschiedlich. Ein absoluter Pluspunkt.
Überrascht hat mich vor allem der Soundtrack dieser ist gut gelungen, unterstreicht die Stimmung des Spiels und hat mich sogar dazu veranlasst ihn tatsächlich zu hören und nicht die neue Platte von Deichkind.
Trotz dieser vielen negativ auffalenden Punkte bietet Shank 2 ein angenehmes, spaßbringendes Spielgefühl, besitzt jedoch große Schwachstellen und bietet wenig Anreize, dass spiel längere Zeit zu spielen. Als Casual Game dennoch sehr gut gebrauchbar!
Der Survivalmodus

Der Survivalmodus ist das zweite Herzstück von Shank 2 und holt nun auch den Freund mit an den Computer. Denn in diesem Modus stellt man sich zu zweit nicht enden wollenden Horden an Gegnern. Dabei gilt es Vorräte der Rebellen zu verteidigen und dies so viele Wellen lang wie möglich. Durch spielerischen Erfolg lassen sich sofort Hilfstruppen und besondere Waffen kaufen und einsetzen. Zusätzliche fallen erleichtern einem das “abarbeiten” immer besserer Gegner. Dieser Modus bringt nochmal einige Stunden Spielspaß zum eigentlichen Spiel hinzu, bietet aber keine umwerfenden Innovationen und ist somit zwar spaßig aber nicht wirklich fesselnd.
Alles in allem ist Shank 2 ein Spiel der alten Schule, welches vor allem mit seiner schicken Grafik, gutem Soundtrack und einigermaßen Anziehender, wenn auch flachen Geschichte punktet. Abzüge gibt es wegen fehlender Innovation, monotonem Gemetzel und flachen Charakteren. Trotzdem schade, dass es nicht mehr solcher Spiele auf dem Markt gibt.
Bitte besser machen und dann mehr davon!
3 von 5 Sternen
Viel Spaß beim Spielen!








